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Quierschied
Spielerisch auf die Gefahren hingewiesen
Schüler verfolgen aufmerksam Theaterstück über Cybermobbing

Von Stefan Bohlander, 08.12.2014
(Saarbrücker Zeitung)


Birgit Mehrmann und Johannes Schmidt bei der Aufführung in Quierschied. Foto: Iris Maurer

Auch im Internet lauern Gefahren – vor allem der Missbrauch persönlicher Daten oder das verbotene Veröffentlichen privater Informationen. Dazu lieferte das Stück „Gute Seiten – Schlechte Seiten“ wichtiges Wissen.

„Das Internet ist eine tolle Sache“, verteidigte Johannes Schmidt das oft gescholtene Medium, doch „das Internet vergisst auch nicht“. Der Schauspieler war unlängst mit seinen Kollegen Birgit Mehrmann und Wolfgang Decker-Tykwer zu Gast in der Jahnturnhalle in Quierschied. In zwei Aufführungen hatten sich etwa 250 Schüler der Gemeinschaftsschulen in Quierschied und Sulzbach dort das Stück „Click it! Reloaded“ angeschaut.

In dem „Gute Seiten – Schlechte Seiten“ untertitelten Theaterstück sollte über Cybermobbing und sexuelle Gewalt im Internet und den sozialen Netzwerken aufgeklärt werden.

Johannes Schmidt spielte darin Silvio, der gemeinsam mit Klassenpartnerin und „Streberin“ Billa, dargestellt von Birgit Mehrmann, an einer Projektwoche teilnimmt. Billa will dabei eine Doku über Silvio und sein Hobby drehen. In einem unbedachten Moment zeichnet sich Silvio selbst auf, als er beleidigende Dinge über Billa sagt. Aus Versehen schickt er die Datei an seinen Cousin, der das Video ruckzuck bei Youtube hochlädt.

Zwar kann Silvio ihn kurz darauf überreden, dies wieder rückgängig zu machen. Bis es jedoch zum Happy End kommt, werden sowohl Billa als auch Silvio Opfer von Cybermobbing, also virtuellen Angriffen auf die Würde durchsetzt mit handfesten Beleidigungen.

In einer Rahmenhandlung hebt der schleimige Captain@Sorglos unreflektiert die „sicheren und ungefährlichen“ grenzenlosen Möglichkeiten des Internets hervor. Dementsprechend sieht der Captain das letztendliche Happy End auch als gelungen an: „Das sollte allen Miesmachern und Internetverbietern eine Lehre sein.“ Dass die Sache natürlich nicht so einfach ist und der Großteil der Schüler aus den Klassenstufen 5 bis 8 bereits über das Thema sicheres Surfen Bescheid wusste, wurde aus der sich an das Stück anschließenden Diskussion ersichtlich.

So war sich der Großteil der Schüler sicher, dass es sich tatsächlich so zutragen könne, wie im Stück dargestellt. Die Frage, ob Silvios Cousin das Video hätte überhaupt hochladen dürfen, beantworteten fast alle richtig mit „Nein“.
Recht aufs eigene Bild
„Damit wurde das Recht auf das eigene Bild verletzt“, erläuterten Johannes Schmidt und Birgit Mehrmann. Somit hätten auch die im Zuge des Cybermobbings aufgetauchten verletzenden Bilder nicht hochgeladen werden dürfen. Die Darsteller wiesen auch auf die „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ von Facebook hin, nach denen das soziale Netzwerk die Bilder zu Werbezwecken verkaufen dürfe, was für einige Schüler neu war. Auch dass die Netzwerke vor allem deswegen kostenfrei zu nutzen seien, weil sie die Daten für „spezialisierte Werbung“ veräußern würden, dürfte nicht jedem geläufig gewesen sein. Der Großteil der Schüler ist bereits auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder What's App aktiv - und das, obwohl man sich eigentlich erst mit 16 Jahren dort anmelden dürfe.

Initiiert wurde der Gastauftritt des „Zartbitterpräventionstheaters“ von der Beratungsstelle „Nele“. Diese setzt sich gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen ein; eine ähnliche Stelle gegen Ausbeutung von Jungen heißt Phönix.

„Man kann jederzeit bei uns anrufen“, betonte Nele-Mitarbeiterin Rosi Breyer. Dabei sei es auch egal, ob sich die Angriffe im Internet oder „real“ ereigneten. Nicht das Internet sei das Problem, sondern die Leute, die es nutzen. Für das etwa einstündige Stück und den realen Bezug hatten sie und ihre Kollegin Lisa Grimm nur lobende Worte übrig: „Wenn man direkt mit dem Zeigefinger kommt, schalten die Kinder doch gleich ab.“

Die interaktive Wanderausstellung „Echt klasse“ von Nele ist zurzeit in der Grundschule Lindenschule in Riegelsberg zu sehen. Sie möchte dazu beitragen, dass Kinder selbstbewusst und aufgeklärt sind.

www.zartbitter.de


„Echt Klasse!“ in der Erich-Kästner-Grundschule Holz

Bildungsminister Ulrich Commercon besuchte am Donnerstag, 6. November 2014, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern die Wanderausstellung an der Erich-Kästner-Schule in Holz.
Auch Bürgermeister Thomas Redelberger und Ortsvorsteher Jan Paul waren Gäste bei der Präsentation der Wanderausstellung.
Schulleiterin Silke Blasius, das Lehrerkollegium und die Schülerinnen und Schüler der Erich-Kästern-Grundschule empfingen die Gäste mit einem kleinen musikalischen Rahmenprogramm.
Im Anschluss überreichte Minister Ulrich Commercon der Vorsitzenden des Vereins „Nele“ Frau Waltraud Jäger einen Scheck in Höhe von 4.000,00 Euro.











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